Begegnungen mit GfK - Gewaltfreie Kommunikation

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Magdalene Huwig
Sonntag, 24. Januar 2016 - 12:20

1. meine Geschichte mit GfK:

Im Herbst 2008 und danach hatte ich an monatlichen Gruppensitzungen zum Thema GfK teilgenommen. Sie wurden von Astrid Moos-Lange in ihrem Haus in Bexbach angeboten. Gabriele, Wiltrud und ich  fuhren  von Saarbrücken aus jeweils hin. Wer den Hinweis gegeben hatte, weiss ich nicht mehr. Es waren angenehme Abende, obwohl ich damals noch nicht wirklich unterscheiden konnte, was „Gefühle“ und was „Bedürfnisse“ sind.  Natürlich waren mir Gefühle in ihrer Benennung bekannt. Doch jetzt verstand ich.

Unter  Gefühlen können sich ungestillte Bedürfnisse verbergen. Trauer und Ärger beispielsweise können darauf hinweisen, dass ich mit Respekt behandelt werden möchte. Vorher hatte ich dann zugelassen, dass ich nicht mit Achtung behandelt worden und mit mir selbst auch nicht entsprechend umgegangen war. Und das hatte meine Trauer  und meinen Ärger verursacht.  

Astrid erklärte anschaulich die vier Schritte, mittels beschrifteter Karten, die sie auf den Fußboden legte: „Beobachtung/Situation – Gefühl – Bedürfnis – Bitte/Strategie“. Während der Analyse einer Situation, konnte man/frau sich darauf stellen und dann entsprechend sprechen. Astrid hatte auch die bildhaften Ausdrücke „Wolfs- und Giraffenohren“ eingeführt. Damals fand ich die Bezeichnungen etwas kindisch, heute ist mir klar, ich hatte  ihre Bedeutung noch nicht begriffen.

Das Grundlagenbuch des kürzlich verstorbenen  Marshall  G. Rosenberg:  „Gewaltfreie Kommunikation – Eine Sprache des Lebens“  hatte ich mir selbstverständlich gekauft. Inzwischen habe ich festgestellt,  ich habe mich seitdem  positiv weiter entwickeln können. Denn jetzt gefällt mir das kleine Buch von Serena Rust besonders gut: „Wenn die Giraffe mit dem Wolf tanzt – Vier Schritte zu einer einfühlsamen Kommunikation“.  Es ist leicht verständlich geschrieben. An alltäglichen Beispielen erläutert die junge Autorin u.a. das Thema „Wut“ unter der Überschrift: „Giraffenschrei statt Wolfsgeheul – Frei sprechen statt schwarz ärgern“. Das Thema „Schuld“ wird leichter unter  der Überschrift: „Schuld – Oh wie bedauerlich!“ Beide Aspekt haben wir in unserer Frauengruppe gelesen und besprochen.

Diese Gruppe ist vor einigen Jahren als AG  eines saarländischen Vereins entstanden, dessen Thema lebensfrohes Altern ist.  Die AG wurde von Ulrike Gräff initiiert. Seitdem lädt eine der acht bis neun Mitfrauen  etwa alle sechs Wochen in ihre Wohnung ein. Ich bin seit dem Sommer 2011 dabei. Außer mit „Klönen“  beschäftigt uns bei den jeweiligen Treffen  ein Thema, das der Fortentwicklung der einzelnen Persönlichkeit dient und von einer oder zwei Frauen vorbereitet wird. Die Palette reicht von „Enneagramm“, „Ein Kurs in Wundern“ über die „Transaktionsanalyse“  bis hin zu „Wertschätzende Kommunikation“. Diese ist Thema seit dem Frühjahr 2014. - Für das leibliche Wohl wird natürlich auch gesorgt. Beendet wird die jeweilige Sitzung mit dem irischen Lied „Möge die Straße uns zusammen führen...“

2. Kommentare:

Magdalene:
Mit Hilfe der  GfK habe ich  gelernt, meine Bedürfnisse wahrzunehmen und ihnen, so weit wie möglich zu entsprechen.
Durch die vier Schritte fühle ich mich außerdem fähiger, schwierige Situationen in der Kommunikation wertschätzend zu lösen. Das Wertschätzen betrifft  zunächst mich selbst. Auch wenn der Gesprächspartner oder die Gesprächspartnerin meinen Wunsch nicht erfüllen möchte, achte ich mich trotzdem. Inzwischen habe ich zusätzlich gelernt, eine mir wichtige Gesprächspartnerin weiterhin wert zu schätzen, obwohl sie keinen  - aus meiner Sicht – vernünftigen Grund gehabt hat, mir die Erfüllung eines mir wichtigen Wunsches ab zu lehnen. Dabei habe ich sogar lächeln können. Und Humor gibt doch allen Situationen die erforderliche Leichtigkeit.

Renate:
Ich habe festgestellt, dass hinter dem Ärger häufig eine Überforderung steht. Ich habe mich auf eine Situation eingelassen, ja zu etwas gesagt, wozu ich eigentlich nach meinem wirklichen Bedürfnis hätte nein sagen müssen. Ich hätte mich beispielsweise vorher schon zurückziehen müssen oder eine Pause einlegen müssen.

Margarethe:
Für mich bedeutet GfK, Gespräche aufmerksamer zu beobachten, wahrnehmen, erkennen, wo Wolf oder Giraffe wirksam sind und möglichst rechtzeitig, mir selbst entsprechend zu reagieren und im konstruktiven Prozess des Gespräches zu bleiben.

Brunhilde:
GfK bedeutet für mich, in jeder Situation ich selbst zu bleiben, Ruhe zu bewahren und für ein gutes Ziel zu arbeiten.

Ulrike:
Die GfK hat mir klar gemacht, dass hinter allen Konflikten bzw. Auseinandersetzungen Bedürfnisse stecken, die es wert sind, ergründet zu werden, damit auf einer tieferen Ebene Verständigung und Austausch stattfinden kann.

Literatur zum Thema:
1. Marshall B. Rosenberg: „Gewaltfreie Kommunikation – Eine Sprache des Lebens“ - Junfermann Verlag 2005
2. Marshall B. Rosenberg: „Konflikte lösen durch Gewaltfreie Kommunikation – Ein Gespräch mit Gabriele Seils“ - Herder Verlag 15. Auflage 2012
3. 3. Serena Rust: „Wenn die Giraffe mit dem Wolf tanzt – Vier Schritte zu einer einfühlsamen Kommunikation“ Koha Verlag – 11. Auflage 2014